AEF2026: Die Troerinnen
Die sommerlichen Wochenenden in Griechenland sind für Theaterliebhaber untrennbar mit einem beliebten Ritual verbunden: einem Ausflug von Athen zum antiken Theater von Epidauros, im Herzen des griechischen Theatererbes. Eingebettet in die sanfte Berglandschaft der Region Argolis bietet Epidauros die seltene Möglichkeit, an einem einzigartigen und zutiefst bewegenden Ort Platz zu nehmen und Aufführungen zu erleben, die im antiken Monument verwurzelt sind, aber eine unmittelbare Verbindung zur Gegenwart herstellen.
Im vergangenen Jahr feierte das Athen- und Epidauros-Festival seine 70. Ausgabe, ein bedeutender Meilenstein, der seine feste Verankerung im europäischen Kulturleben unterstreicht. In diesem Jahr übernimmt der renommierte Regisseur Michael Marmarinos für drei Jahre die künstlerische Leitung des Festivals und setzt damit den Auftakt für ein ambitioniertes Dreijahresprogramm. Jede Ausgabe wird für sich ein eigenständiges Erlebnis sein, doch gemeinsam entfalten sie eine übergreifende Vision. Marmarinos beschreibt dieses Vorhaben als eine Reise durch Zeit, Kreativität und die verwandelnde Kraft der darstellenden Kunst. Bislang wurde ausschließlich das Programm für das antike Theater von Epidauros vorgestellt. Es vereint Klassiker, mutige Neuinterpretationen und zeitgenössische Werke, die griechische und internationale Stimmen miteinander in Dialog bringen. Weitere Veranstaltungen und künstlerische Projekte werden noch bekanntgegeben und versprechen zusätzliche Höhepunkte. Auch wenn der Fokus auf Epidauros liegt, reicht der Geist des Festivals weit darüber hinaus. Parallel dazu verwandelt das AEF Athen in eine lebendige Bühne aus Theater, Musik, Tanz und künstlerischer Innovation. Werfen Sie einen Blick darauf, was auf dem Programm steht:
Eleni Efthymiou bringt Die Troerinnen auf die Bühne und rückt dabei die körperliche Erfahrung und die menschlichen Schicksale in den Mittelpunkt. Besonders im Fokus steht der weibliche Körper, als Träger von Erinnerungen, als Ziel von Gewalt und als Symbol ungebrochener Kraft. Efthymiou erweitert die Perspektive des antiken Dramas von Euripides, das unmittelbar nach dem Fall Trojas beginnt. Im Mittelpunkt stehen die Frauen und Kinder, die nach dem Untergang ihrer Heimat versklavt werden. Die Regisseurin gibt bewusst jenen Körpern und Stimmen Raum, die sonst oft übersehen werden, und zeigt eindrücklich, wie der Krieg die Menschlichkeit immer weiter untergräbt. Verlust ist hier nicht nur das Leid des Einzelnen, sondern eine gemeinsame Erfahrung, die sich tief in die Körper und das kollektive Gedächtnis einprägt.
Mit Live-Musik und einem starken Ensemble stellt die Inszenierung grundlegende Fragen. Können traumatisierte Körper ihre Handlungsfähigkeit zurückgewinnen? Und ist es möglich, dass Würde selbst unter systematischer Zerstörung fortbesteht?
Info
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Preis: 5-55 €
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Datum: -
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Zeit: 21 Uhr
- Das antike Theater von Epidauros, Epidauros, 210 52
- +30 275 302 2026
- Website